Bitteres Erbe

Bitteres Erbe

Der 20. Fall für Büttner und Hasenkrug

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Darum geht's:

Mitten in der Nacht bekommt Hauptkommissar David Büttner Besuch von seinem ehemaligen Schulkameraden Hartmut Schröder, der behauptet, von unbekannten Personen verfolgt und mit dem Tod bedroht zu werden. Kaum, dass Schröder wieder gegangen ist, wird unmittelbar vor Büttners Haus ein junger Mann überfahren und tödlich verletzt. Der Fahrer begeht Fahrerflucht. Als klar wird, dass auch die Freundin des Opfers spurlos verschwunden ist, ist davon auszugehen, dass es sich nicht um einen Unfall, sondern um ein Tötungsdelikt handelt. Schröder gerät in Verdacht, für diese Verbrechen verantwortlich zu sein.
Doch damit nicht genug. Als eine weitere Leiche aufgefunden wird, ist es Büttner selbst, der ins Fadenkreuz der Ermittlungen gerät. Er wird vom Dienst suspendiert. Wird es seinen Kollegen Sebastian Hasenkrug und Sophie Reimers gelingen, Büttners Unschuld unter Beweis zu stellen?

 

Leseprobe

Kapitel 1

Schlaftrunken richtete sich David Büttner in seinem Fernsehsessel auf, die flexible Rückenlehne passte sich dabei seiner Bewegung an. Er schaute zum Sofa hinüber. Es war leer. Die Decke, die sich seine Frau Susanne am Abend über die hochgelegten Beine geworfen hatte, lag säuberlich gefaltet am Fußende, die Lampen waren ausgeschaltet. Anscheinend hatte sie es geschafft, sich aufzuraffen und ins Bett zu gehen. Er hingegen war wieder einmal vor dem Fernseher eingeschlafen, wie es ihm in letzter Zeit häufiger passierte. Ein Blick auf die antike Standuhr sagte ihm, dass es bereits kurz vor zwei in der Nacht war. In gut zwei Stunden würde es draußen wieder dämmern. Als er sich um halb elf ein letztes Glas Wein eingeschenkt hatte, das noch immer halbvoll auf dem Tisch stand, war es noch hell gewesen. Im norddeutschen Sommer waren die Nächte kurz.
Büttner überlegte, was am nächsten Tag anliegen würde, dann jedoch stellte er erleichtert fest, dass es Samstag war und er ausschlafen konnte. Keine Leiche, die darauf wartete, dass man die Umstände ihres Todes aufklärte, kein Mörder, der befürchten musste, von ihm überführt zu werden. Seit Monaten schon hatte es keinen Mordfall in seinem Zuständigkeitsbereich gegeben. Büttner begann, die Ostfriesen schon fast für ein sympathisches Völkchen zu halten. Es hatte wahrlich schon ganz andere Zeiten gegeben.
(…)
Mit einem lauten Stöhnen erhob sich Büttner umständlich aus seinem Sessel. Er rieb sich seinen steifen Nacken und streckte den schmerzenden Rücken durch. Ein paar Stunden Schlaf im Bett konnten sicherlich nicht schaden. Gott sei Dank war auch Susanne keine dieser notorischen Frühaufsteherinnen, die mit dem Aufgang der Sonne ihre ersten Yogaübungen machten. Also konnte er auf ein spätes Frühstück hoffen, was ihm und seinem Schlafbedürfnis sehr entgegenkam. Oder? Angespannt sah er zu seinem Hund Heinrich hinüber, der mit geschlossenen Augen und ruhig atmend in seinem Korb lag. Im Winter schlief auch er lange. Im Sommer aber ließ er sich nur allzu gerne von der Helligkeit dazu animieren, bereits vor sechs Uhr winselnd am Bett seines Herrchens auf und ab zu springen und auf einer Runde Gassi zu bestehen.
Was war denn das? Büttner hatte auf dem Weg nach oben ins Schlafzimmer gerade den Fuß auf die erste Treppenstufe gesetzt, als er ein Klopfen hörte. Er lauschte. Als alles ruhig blieb, glaubte er, sich getäuscht zu haben, doch setzte Heinrich plötzlich zu einem Knurren an, das sich schließlich, als es erneut klopfte, zu einem Kläffen auswuchs.
„Heinrich, aus!“, zischte Büttner, nachdem er ins inzwischen dunkle Wohnzimmer zurückgegangen war. Er legte einen Zeigefinger auf den Mund, um seine Worte zu unterstreichen.
Heinrich aber ließ sich davon nicht beirren, sprang aus seinem Korb hoch und hechtete bellend zur Tür.
„Was ist denn da?“, murmelte Büttner. Langsam näherte er sich der verglasten Tür, vor der sich Heinrich nun wie wild gebärdete. „Pssst!“, machte Büttner erneut, doch half es auch diesmal nichts. Kurzentschlossen drückte er die Klinke hinunter und linste durch einen Spalt nach draußen. Terrasse und Garten lagen im Dunkeln. Es raschelte, gleich darauf meinte Büttner, einen sich bewegenden Schatten zu sehen. Huschte da nicht jemand durch den Garten? Als er die Tür weiter öffnete, flitzte Heinrich hinaus und kläffte wütend in die Finsternis.
„Komm sofort her!“, befahl ihm Büttner. „Du weckst ja die ganze Nachbarschaft auf!“
Heinrich zeigte sich nur bedingt beeindruckt. Zwar hörte er auf zu bellen, dachte aber gar nicht daran, ins Haus zurückzukehren. Mit der Schnauze am Boden schnüffelte er sich durch Beete und Rasen. Er hatte anscheinend eine Spur aufgenommen, die ihn über Umwege wieder zur Terrasse brachte. Von hier aus begann er mit einer weiteren Runde durch den Garten.
„Heinrich!“ Fluchend trat nun auch Büttner hinaus in die laue Sommernacht. Er konnte nicht umhin festzustellen, dass es eigentlich ganz angenehm war, hier zu stehen und die von Gräser- und Blütenduft gesättigte Luft zu atmen. Er streckte die Arme über den Kopf und nahm ein paar tiefe Atemzüge. Doch stockte er mitten in der Bewegung, als ihn plötzlich etwas am Arm packte und ihn zurück ins Wohnzimmer riss.