Single, alleinerziehend

Single, alleinerziehend

Single, alleinerziehend ...
Liebesroman

in lektorierter Neuauflage

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Taschenbuch 9,99 Euro

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Worum geht's?

„Na prima! Jetzt sah ich nur noch einen breiten, in eine gelbe Sommerjacke gehüllten Rücken, einen jeansblaubekappten Kopf und einen – zugegebenermaßen – recht knackigen Männerhintern in dunkelblauer Sommerhose. Empört ließ ich ein lautes Hüsteln vernehmen und hob zu einer unmissverständlichen Geste an, die dem Eindringling bedeuten sollte, sich schleunigst zu verdrücken. Als dieser sich zu mir umdrehte, blieb meine Hand allerdings unverrichteter Dinge in der Luft hängen. Denn ich blickte in die strahlendsten Augen, die mir je begegnet waren...“

Ein Roman für alle, die von der großen Liebe träumen – und davon, endlich den Sprung hinter den Horizont zu wagen.

 

Leseprobe

Ich muss hier raus! Nicht zum ersten Mal wachte ich am nächsten Morgen mit diesem Gedanken auf. Mein Kopf surrte etwas, da ich aus lauter Frust nicht nur, wie gewohnt, meine Wärm- sondern auch die Rotweinflasche mit ins Bett genommen hatte. Vom Kinderzimmer her ertönte gerade ein Kikeriki! Kikeriki! Kikerr- Guten Morgen! Paulas Wecker. Es dauerte nicht lange, dann stand mein zerzaustes Kind in der Tür. Wortlos ging sie zum Schrank und kramte sich ein paar bunt-geblümte Söckchen, ein blau-geblümtes T-Shirt und eine gelb-grün-geblümte Leggins hervor. „Guck mal, Mama, alles geblümt! Passt toll zusammen!“ Sie strahlte angesichts der bestechenden Kleiderwahl. Dann platschte sie mit bloßen Füßen zum Bad.
„Wo sind deine…?“, setzte ich an, ließ mich dann aber resigniert zurück in die Kissen fallen. „Ach, was soll’s“, dachte ich. Den Streit um die Hausschuhe wollte ich jetzt nicht ausfechten. Warum auch? Der kam von selber wieder. Ich quälte mich aus dem Bett, um Paula ihr Schulbrot zu machen. Meine geblümte Tochter kam kurz darauf auch in die Küche gelaufen.
„Cornflakes?“, fragte ich, obwohl ich die Antwort bereits kannte. Erwartungsgemäß schüttelte sie den Kopf. Sie frühstückte nie zuhause. Paula schlich wieder hinaus und etwas später hörte ich sie am Telefon sagen: „Nee, die Rechen-Hausaufgaben habe ich nicht gemacht, die konnte ich nicht, und Mama kam ja erst so spät!“ Kurze Pause. „O. k., dann bis gleich.“
Na, prima! Keine Hausaufgaben gemacht, weil Rabenmutter mit Karriere beschäftigt.
„Ich geh’ dann jetzt!“ Paula hatte bereits ihre Schultasche geschultert.
„Warum denn so früh? Du hast noch ewig Zeit!“
„Anneke und ich müssen Juliane noch abholen.“
„Aber das ist doch ein riesiger Umweg!“, bemerkte ich mit Nachdruck, während ich ihre Brotdose in die Schultasche stopfte.
„Wir sind aber jetzt eine Bande, und da macht man das so!“ Sie blickte mich an, als wollte sie sagen Aber was weißt du schon von Banden!
„Ach so, na dann! Aber zieh dir eine Jacke an, es ist frisch draußen!“
Mit Gemaule zog sie von dannen und – kam nicht wieder. Ich fand sie im Schlafzimmer, fast komplett im Kleiderschrank versunken. Nur zwei geblümte Füße zappelten in der Luft.
„Was suchst du denn? Deine Jacke hängt …“
„Hab’s schon gefunden!“ Triumphierend hielt sie ein längst vergessenes Sweat-Jäckchen in die Höhe. Es war geblümt.

Nach einer heißen Dusche ging ich raus und fischte die Tageszeitung aus dem Briefkasten. Es wurde bereits auf der Titelseite angekündigt: Kita am Lärchenweg wird nicht gebaut. Ich schlug die angegebene Seite auf und las:

Wie nach einer mehrstündigen Sitzung des Ausschusses „Kita Lärchenweg“ gestern abend bekannt gegeben wurde, wurde der Bau der seit längerem geplanten Kindertagesstätte „bis auf weiteres verschoben“. Aus dem Baudezernat verlautete, es herrsche noch „dringender Abstimmungsbedarf“, was die Finanzierung und auch die tatsächlich zu erwartende Auslastung anginge. Man habe den Bauträger aufgefordert, … Blabla …

Ich knallte die Zeitung auf den Tisch. Wenigstens ehrlich könnten sie sein! Die tatsächlich zu erwartende Auslastung! Pah! Die Kinder standen schon so weit Schlange, dass sie genauso gut die Kita im Nachbarort hätten besuchen können! Wenn’s da denn `ne Kita gäbe! Seit sechs Jahren planten wir. Seit genauso langer Zeit freuten sich die Eltern auf einen Platz für ihren Nachwuchs. Für viele hatte sich das Problem zwischenzeitlich demographisch gelöst, die Kinder waren bereits schulpflichtig. Andere hatten ein zweites Kind bekommen und hofften, dass zumindest dieses untergebracht werden konnte. Diese Hoffnung war unlängst mit dem Regierungswechsel gestorben. Das Projekt hatte auf der Kippe gestanden. War ja ein Projekt der feindlichen Fraktion gewesen. Man hatte das Gesicht gewahrt, indem man das geplante Projekt im Tulpenweg einstampfte, um es im Lärchenweg wieder neu entstehen zu lassen. Und nun das! Ich folgte einer spontanen Eingebung und griff zum Telefon.
„Marco, ich fahre heute in Urlaub! Rechne die nächsten zwei Wochen nicht mit mir!“, rief ich schlechtgelaunt in den Hörer.
„Du hast ein schulpflichtiges Kind, Schätzchen!“
Pause.
„Nele?“
„Ich … ähm … wollte sagen, ich fahre dann in zwei Wochen in Urlaub. Weil Sommerferien sind.“
„Schon gut. Bis später!“ Er legte auf.
Ich versank in Selbstmitleid. Kein Urlaub. Keine Kita. Kein Mann. Kein Mann? Ich schluckte. Soweit war es mit mir also schon gekommen. Schon als ich Paulas Erzeuger vor drei Jahren vor die Tür setzte, hatte ich mir geschworen, nie wieder einen Mann an mich heran zu lassen. Aber dann war Steffen gekommen, mein Traummann, wie ich damals dachte, was sich aber auch als falsch heraus stellte …und jetzt, wegen dieser blöden Kita fing ich wieder an, meine Männerlosigkeit zu bedauern? Das konnte ja wohl nicht sein! Ich brach in Tränen aus. So konnte es auf keinen Fall weitergehen. Irgendetwas musste ich ändern in meinem Leben. Nur was? Meine Wohnung? Meinen Job? Meine Frisur? Ich ging alle Möglichkeiten durch und kam schließlich zu dem Schluss: Alles! Sehr zufrieden mit mir, dass ich eine Entscheidung getroffen hatte, fuhr ich ins Büro.

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