Lebkuchen für den Nikolaus

Nikolaus

Lebkuchen für den Nikolaus. Ein Liebesroman

E-Book Kindle (Amazon)
Preis: 0,99 Euro

Und darum geht's

Linda ist leidenschaftliche Konditorin und träumt von einem eigenen kleinen Café. Leider aber meinen es weder ihr Portemonnaie noch ihre Bank besonders gut mit ihr. Also schleppt sie sich Tag für Tag ans Fließband der ortsansässigen Lebkuchenfabrik und hofft, dass die Füllung ihrer Sparschweine eines fernen Tages ausreichen wird, sich ihren Traum zu erfüllen. Als sie eines Morgens auf dem Weg zur Arbeit einem Nikolaus namens Samuel ihren Coffee-to-go über den knallroten Mantel schüttet und sich Hals über Kopf in ihn verliebt, hat sie ein weiteres Problem: Es heißt Natascha, hat Modelmaße, Beine bis zum Hals und sieht vermutlich auch gleich nach dem Aufwachen aus wie ein frischer Frühlingsmorgen. Linda beschließt, dass ihr neuer Nachbar Klaus wohl doch die bessere Wahl wäre als der bereits an Natascha vergebene Samuel. Oder?

Witzig, spritzig, romantisch ... lecker.

 

Leseprobe

Kennen Sie solche Tage? Tage, an denen man morgens aufsteht, und bereits der erste Schritt, den man macht, in einer Katastrophe endet? Tage, an denen man sich am liebsten sofort wieder ins Bett legen und ihn einfach vergessen möchte?
Ein solcher Tag ist heute. Kaum dass ich nur Minuten (ich schwöre!) nach dem penetranten Klingeln des Weckers meine Beine aus dem Bett schwinge, ertönt plötzlich ein ohrenbetäubendes Kreischen, und nur den Bruchteil einer Sekunde später krallt sich irgendetwas schmerzhaft in meine Wade.
Stocksteif sitze ich da und glaube für einen schrecklichen Moment an eine Schlange, die mich hinterrücks angefallen hat. Doch dann dämmert es mir.
Brunetti! Den hatte ich ja völlig vergessen! „Mistvieh!“, keife ich ungnädig, doch der Kater ist sich anscheinend keiner Schuld bewusst, sondern sieht mich nach seiner Flucht mit skeptisch-vorwurfsvollem Blick an, wobei er sich meine Hautfetzen von den Krallen leckt.
Aber konnte ich denn ahnen, dass sich diese Bestie ausgerechnet das Lammfell vor meinem Bett als Schlafplatz erwählt? Nee, konnte ich nicht. Denn eigentlich sind wir beide Feinde. Seit gestern Abend. Was schade ist, denn wir kennen uns auch erst seit gestern Abend.
Dabei hatte ich es mir nach dem Anruf meiner Freundin Saskia ganz nett vorgestellt, ein Tier in der Wohnung zu haben. Eines, mit dem ich kuscheln und spielen kann, und das sich wohlig schnurrend auf meinen Bauch legt und sich kraulen lässt, während ich die neueste Schnulze von Rosamunde Pilcher ansehe.
Natürlich schaue ich gar keine Rosamunde Pilcher-Filme. Also, nicht so oft jedenfalls. Aber dennoch. Die Vorstellung, genau dies mit einem verkuschelten Kater zu tun, hatte mir gefallen.
Bis Brunetti kam. Von dem meine Freundin Saskia auch nach unserem missglückten Einstieg mit Kratzer auf der Wange noch behauptet, er sei ein ganz Lieber.

Nachdem er mir bantisch … lecker.ereits gleich nach seiner Ankunft einen Schmiss auf die Wange verabreicht hat, habe ich, was seinen Charakter angeht, so meine Zweifel. Die ich Saskia selbstverständlich tunlichst verschweige, denn schließlich will man ja nicht den Eindruck erwecken, vor einem Haustier zu kapitulieren. Zumal, wenn man noch nicht mal richtig Gelegenheit hatte, auch die positiven Seiten seines Charakters zu studieren.

Die hält er allerdings auch recht gut versteckt. Nur ganz kurz hatte sich Saskia bei mir aufgehalten und erklärt, was der tiefschwarze Brunetti zu welcher Tageszeit brauche. Auch ihr gehört der Kater eigentlich gar nicht, sondern ihrer Mutter, die gerade Urlaub auf Teneriffa macht. Also ist Brunetti für diese Zeit an die Tochter weitergereicht worden, die jedoch – Ehrlich, Linda, ich kann gar nichts dafür! – bereits nach dem ersten Urlaubstag der Mama mal wieder den Mann ihres Lebens kennen gelernt hat. Und nun will sie mit ihm für ein paar Tage nach Mailand. Da sagt man natürlich nicht nein.
Na ja, wie dem auch sei, Brunetti jedenfalls fühlte sich bei mir gestern Abend gleich wie zu Hause. Mangels Kletterbaum erkor er sich mein Sofa als Alternative zum Krallenwetzen aus. Jeder Versuch, ihn davon abzuhalten, schlug fehl. Nach dem zweiten, schmerzhaften Schmiss auf die Wange, dem schon einige Kratzer auf den Armen vorausgegangen waren, gab ich auf. 11:0 für Brunetti. Circa.
Überflüssig zu erwähnen, dass ich mich dazu entschloss, früh ins Bett zu gehen. Ich wollte und konnte das ganze Elend einfach nicht mehr mit ansehen. Selbst das Futter hat der Oh-der-ist-so-pflegeleicht-der-frisst-einfach-alles-Kater verschmäht.
Wie und wann er dann den Weg in mein Schlafzimmer fand, kann ich nicht sagen. Fakt ist, er ist da. Sein Blick ist nicht mehr vorwurfsvoll, sondern fordernd auf mich gerichtet. Miau, sagt er, und es klingt nicht so, als hätte er noch lange Geduld mit mir. Bleibt nur die Frage, was genau er von mir will. Ich spreche kein Katzisch. Im Gegensatz zu Saskia. Bei jedem Miau weiß sie sofort, wonach Monsieur verlangt. Beneidenswert. Vielleicht auch überlebenswichtig, denn Brunetti kommt jetzt auf mich zu. Miau!
Hm. Der Tonfall wird schärfer.

 

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